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gerade in einem forum gefunden:

Haarerhalt trotz Chemo dank Dignicap (Kältehaube /scalp-cooling)
Hallo zusammen,
Ich habe letzten Freitag meine letzte Chemo hinter mich gebracht und möchte nun Allen meine Erfahrungen mitteilen, da es mir viel Kraft gegeben hat, dass ich meine Haare nicht verloren habe. Das gab mir im Alltag eine Normalität, die mir geholfen hat, die schweren Zeiten zu überstehen.

Ich bin 47 Jahre alt und im letzten Juli bekam ich die Diagnose Brustkrebs.
Das hat mich, genau wie alle anderen auch, total aus der Bahn geworfen und mit der allgemeinen Verzweiflung kam auch recht schnell die Angst, dass ich meine Haare verlieren würde. Ich hatte ziemlich lange dichte blonde Haare und der Gedanke, dass ich bald mit Glatze rumlaufen muss, hat mich noch mehr umgehauen.
Am 20.07.2012 kam dann die OP und es wurde festgestellt, dass ein Lymphknoten befallen war, so dass eine Chemotherapie unumgänglich war.

Tumorklassifikation pT1c , pN1a (1/4), Grading G2

In der folgenden Zeit habe ich viel im Internet gestöbert und bin dabei auf eine Seite gestoßen, die mir etwas Hoffnung gab, getraut habe ich der ganzen Sache allerdings nicht, sonst wäre die Kältekappe bzw. Scalp-cooling doch viel bekannter, oder?

http://www.wdr.de/mediathek/html/reg…aeltekappe.xml

Eine gute Freundin von mir lebt in den Niederlanden und die hat mich dann auch auf das scalp-cooling aufmerksam gemacht, da dort dieses Verfahren in vielen Kliniken angeboten wird. Daher habe ich mich dann doch intensiver damit befasst.

Ich habe mich nach Praxen umgesehen, die dieses scalp-cooling anbieten und war ziemlich schockiert, dass ich nur in Hamburg, Witten und Bochum Onkologen mit dem Zusatzangebot gefunden habe. Da ich in Dortmund lebe, war Bochum und Witten für mich ok, aber warum gibt es das nicht flächendeckend in ganz Deutschland?????

Ich habe mich für die Onkologische Praxis in Bochum entschieden. Das ist allerdings eine Privatärztliche Praxis, aber in Witten gibt es auch einen Kassearzt mit dieser Zusatzleistung. Da ich aber Kassenpatient bin, habe ich bei meiner Krankenkasse einen Antrag auf Kostenübernahme gestellt und diese wurde dann auch (für kassenärztliche Leistungen) genehmigt.
Die Therapieplanung sah folgendermaßen aus: 4 x EC im Abstand von drei Wochen. Im Anschluss 12 x Paclitaxel wöchentlich. Da ich allergische Reaktionen auf das Paclitaxel hatte (Atemnot) erhielt ich nur zwei Mal PAC und anschließend noch 10 Abraxane, die verträglicher sein sollen.

Der Ablauf mit der Kältekappe ist dann Folgender:
Die Kopfhaut wird befeuchtet, dann setzt man eine „Badekappe“ auf, durch welche Kühlschläuche laufen und dann die Kopfhaut auf eine Temperatur von 3 bis 5 Grad abkühlen. Die Kopfhaut muss dann eine halbe Stunde vor der eigentlichen Chemo und zwei Stunden nachher gekühlt bleiben.
Ich bin medizinischer Laie, aber ich habe die Wirkungsweise so verstanden, dass sich die Blutgefäße in der Kopfhaut zusammenziehen und der Wirkstoff nicht in vollem Maße an die Haarfollikel dringen kann.

Die ganze Sache ist schon ziemlich kalt (etwas untertrieben) aber es ist erträglich. Nach kurzer Zeit gewöhnt man sich aber fast an den Zustand.

Am 21.07.2012 bekam ich die erste EC und nach 2 ½ Wochen wurde dann der Haarausfall stärker als normalerweise, aber nicht so stark, dass ich kahle Stellen bekam. Die letzte EC Chemo hatte ich dann am 23.11.2012. Ab dem 14.12.2012 gabs dann die wöchentliche Chemo und ab Januar hatte sich der Haarausfall auch wieder auf ein Normalmaß reduziert. Momentan habe ich schon einen dichten Pelz unter meinen längeren Haaren. Und es war zu keiner Zeit so gewesen, dass ich eine Mütze, Kappe o.ä. hätte tragen müssen, obwohl die Haare nicht mehr so dicht waren wie vorher.

Diese Zusatzleistung kostet natürlich auch sein Geld (ca. 100 € je Sitzung) aber bei meinen ersten Terminen in Perückenstudios war mir klar, dass ich auch einiges für meine Perücke ausgeben müsste. Bei meiner Krankenkasse werde ich noch versuchen, den Anteil, der normalerweise für eine Perücke zugezahlt wird, zurück zu bekommen.

Alles in Allem war die Behandlung ein voller Erfolg und ich würde mich freuen, wenn es viel mehr solcher Angebote geben würde, so dass jeder der es möchte, das scalp-cooling in Anspruch nehmen könnte. Ich bin auch ziemlich erstaunt, dass sich diese Therapie nicht schon längst verbreitet hat.

Ich für mein Teil kann nur sagen, dass mir mein „normales“ Aussehen ganz enorm geholfen hat, diese schwere Zeit zu überstehen. Teilweise konnte ich den ganzen Mist sogar vergessen. Es war natürlich eine Taktik des Verdrängens nach dem Motte, wenn ich nicht sehe, dass ich krank bin, dann bin ich auch nicht krank, aber das hat mir doch einige unbeschwerte Momente gebracht, in denen ich Kraft für die nicht ganz so guten Tage schöpfen konnte.

Welchen Weg auch immer ihr wählt, ich wünsche euch alle Kraft, Kampfgeist und innere Ruhe.

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