Führungskräfte und Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Reglos staunt er sich an, mit unbeweglichem Antliz, 
Starr, einer Statue gleich, die aus parischem Marmor geformt ist.

(Ovid)

Image

Quelle des Fotos: Caravaggio – Nationalgalerie für antike Kunst, Rom

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„Das Selbstgefühl solcher Chefs schreit dauernd: „Ich bin grandios, alle anderen sind Flaschen.“ Sie feiern mit der Abwertung der Mitarbeiter dauernd die eigene Stärke, Misserfolge werden auf die Unfähigkeit anderer reduziert, Widersprüche niedergebügelt. Solche Chefs umgeben sich gern mit Schmeichlern, die ihnen auch angesichts von Fehlern dauernd huldigen.“

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/psychologie-ich-bin-grandios-alle-anderen-sind-flaschen-a-622041.html

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„Für eine narzisstisch gestörte Persönlichkeit ist es schwer, das jeweilige Gegenüber in seiner Eigenheit und in seinem Anderssein wahrzunehmen, geschweige denn anzuerkennen – ebenso wenig wie letztlich sich selbst, wenn man nicht nur die glanzvollen, starken Seiten, sondern auch die düsteren, schwachen als zur eigenen Persönlichkeit gehörend ansieht. Andere Menschen dienen ihr dann hauptsächlich als Spiegel (vor allem ihrer glanzvollen Persönlichkeitsanteile), als Versicherung ihres Selbst und als Beätigung ihres Selbstwertgefühls, das ansonsten bedroht scheint. Ein Narzisst kann sein Gegenüber loben und anerkennen, wenn dieser ihm zu Diensten ist, seine Meinung teilt oder Andersdenkende kritisiert und ablehnt. Mit Johnson (1988: 63) lässt sich behaupten, dass ein Narzisst generell dazu neigt, andere Menschen zu Objekten seiner eigenen Bedürfnisse, Beurteilungen, Behandlungen usw. zu machen und eine wahrhaftige, dialogische Begegnung mit einem wechselseitigen Geben und Nehmen gar nicht entstehen zu lassen.“

http://www.schmidt-lellek.de/10.htm

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  1. Inkompetente Führer
    Hier ist fehlender Wille oder Können, um effektiv zu handeln. Das Peter-Prinzip “Jeder wird zur Stufe seiner Inkompetenz” befördert beschreibt diese häufige Entwicklung.
  2. Rigide Führer
    Hier ist jemand zwar nicht inkompetent aber unfähig, aus seinen Fehlern zu lernen und neue Ideen zu akzeptieren. Den ehemalige US-Verteidungsminister Rumsfeld bringt sie als Beispiel.
  3. Unmäßige Führer 
    Das sind Anführer, die ihre Begierden – nach Geld, Macht, Sex oder Drogen – nicht unter Kontrolle haben.
  4. Gefühllose Führer
    Das sind Persönlichkeiten, die Mitarbeiter und Anhänger unfreundlich, gleichgültig oder herablassend behandeln. Italiens Comic-Präsident Berlusconi mit seinen schrägen Kommentaren ist hier ein prägnantes Beispiel.
  5. Korrupte Führer
    Hier geht es in den unmoralischen Bereich, wo eine Führungskraft allein oder mit anderen zusammen lügt, stiehlt und betrügt.
  6. Abgeschottete Führer 
    bagatellisieren oder ignorieren das Wohlergehen derer, die nicht zu ihrer Organisation oder Nation gehören.
    Die Politologin nennt hier überraschenderweise Bill Clinton. Denn unter seiner Präsidentschaft spielte sich 1994 in Ruanda der schrecklichste Völkermord der Geschichte mit 800.000 Opfern in drei Monaten ab.
  7. Böse Führer
    sind Leute, die allein oder mit anderen zusammen anderen absichtlich körperlichen wie psychologischen Schaden anrichten oder sogar Verbrechen begehen. Der Internationale Gerichtshof in Genf ist regelmäßig mit diesen Führern beschäftigt.

http://www.persoenlichkeits-blog.de/article/1407/woran-erkennt-man-eine-schlechte-fuehrungskraft

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„Narzisstische Manager können sich gut verkaufen, sie scheitern aber, weil sie Kritik nicht zulassen und Misserfolge leugnen, statt aus ihnen zu lernen. Was Narzissten sind und wie man ihnen mit Coaching helfen kann, ist das Thema einer neuen, dreiteiligen w&w-Serie.“

„Die Freude, die einem bleibt, ist, zunächst die Fassade möglichst hübsch zu machen. In der narzisstischen Innenwelt wird die Not der fehlenden Häuser mit dem Versuch bekämpft, sich attraktive Fassaden zu bauen. Frei nach dem Motto: Wenn ich schon die Wahl habe, suche ich mir zumindest etwas aus, das attraktiv ist. Der psychologische Druck, dieses als attraktiv empfundene Ideal zu erreichen, ist hoch: Denn, wenn nichts dahinter ist, dann müssen die Fassaden umso beeindruckender sein. Äußerer Erfolg wird zum Ersatz innerer Substanz. Daher finden sich unter narzisstisch beeinträchtigten Menschen eine große Zahl, die es tatsächlich schafft, in einem Umfeld zu leben, in dem sie als schön, erfolgreich, reich, umschwärmt, klug und beeindruckend angesehen werden. An ihrem gebastelten Selbstideal (= Fassade) müssen solche Personen unerbittlich festhalten (siehe Beispiel 3), droht doch andernfalls die Wahrnehmung der eigenen inneren Leere, Einsamkeit und Orientierungslosigkeit (= Wüste). Sie werden also vom jeweiligen Umfeld sehr abhängig, da sie es als Spiegel brauchen, der ihnen täglich sagt, wer der oder die Schönste und Klügste im Lande ist. Erfolg und seine Attribute werden zum Suchtmittel. Da narzisstisch beeinträchtigte Menschen ihre innere Realität verloren und durch eine künstliche ersetzt haben, beginnt zwangsläufig auch in der äußeren Realität ein Verlust an Wahrnehmung und eine Leugnung von störenden Elementen einzusetzen (siehe Beispiel 2). So können Rückmeldungen, Feedback, Spiegelungen, die dem Selbstideal nicht entsprechen, schlecht akzeptiert werden (siehe Beispiel 4). Alles, was das Ideal der eigenen Person gefährdet, ist bedrohlich. Soziale Ereignisse, wie Prüfungen, Beförderungen, Partnerwahl und Ähnliches, werden nicht als solche behandelt, sondern als Urteil darüber, wer man ist. Sie werden in Erfolgs- und Misserfolgsereignisse eingeteilt. Erfolg bedeutet dann: »Ich bin toll, gut und richtig.« Misserfolg bedeutet: »Ich habe versagt.« Alles Geschehen wird dadurch in einem hohen Ausmaß selbstwertrelevant. Innerhalb des narzisstischen Erlebens ist es nicht möglich, sich mit seinen Verhaltensfehlern zu beschäftigen, ohne sich als Versager zu fühlen. Es entsteht ein starker Druck, sich eine Umwelt zu basteln, die einen vor Fehlern beziehungsweise vor Kritik verschont.“

„Ich möchte die paradoxen Schwierigkeiten beim Coaching von Führungskräften mit narzisstischen Innenwelten gleich beim Namen nennen: Sie brauchen Beratung und sind doch unfähig einzusehen, dass sie diese benötigen. Sie brauchen Feedback über die Art, wie sie andere Menschen leiden lassen, und sind selbst so kränkbar und nachtragend, dass man ihnen kaum etwas rückspiegeln kann.“

„Alles Schwache wird zur Entlastung der eigenen Psyche nach außen projiziert.“

http://www.hephaistos.org/downloads/Narzissmus_WW.pdf

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„Der Narzissmus dient nicht selten dem Ziel, Scham, Neid und Angst abzuwehren. Für einen pathologischen Narzissten ist es undenkbar von anderen Menschen abhängig und auf sie angewiesen zu sein. Insofern muss er jede Abhängigkeit leugnen. Dabei hilft ihm die Vorstellung eigener Grandiosität, das Zerrbild einer vollständigen Autonomie aufrechtzuhalten. Bereits in jungen Jahren erkennen angehende Narzissten, dass es zwei Wege gibt, um Verletzungen oder Beschämungen von sich fernzuhalten. Der eine besteht darin, sich nicht zu tief in Beziehungen einzulassen, der andere darin, rasch eine Machtposition zu erreichen, (vgl.: S.15).
 
Nicht jeder Narzissmus ist pathologisch, so Berschneider, allerdings ist am Ende des Kontinuums der Narzissmus mit Borderline-Niveau anzusiedeln. Dieser wird von Kernberg wie folgt beschrieben: „Mangel an Impulskontrolle“ (Wutausbrüche, selbstschädigendes Verhalten),“schwere Beeinträchtigung an Produktivität und Kreativität“, die über die Erfüllung von lebenswichtigen Bedürfnissen hinausgeht, „chronisches Scheitern im Beruf und in Liebesbeziehungen“ und „antisoziales Verhalten““
 
„Wer in der Arbeitswelt mit Narzissten zu tun hat, ist gut beraten, sich schlau zu machen wie man mit diesen zu verfahren hat. Wenn Narzissten Macht haben, setzen sie diese leider selten in den Dienst einer Aufgabe ein, sondern Macht wird bei ihnen zum Selbstzweck. Sie möchten ihren egoistischen Willen durchsetzen und andere dominieren, um daraus eine narzisstische Gratifikation zu gewinnen, (vgl.: S.156). Insofern eignen sich pathologische Narzissten im Grunde nicht für Führungspositionen, doch leider drängt es sie aus den eingangs genannten Gründen genau dort hin und so werden sie eine Bedrohung für ein gutes Betriebsklima, das notwendig ist, damit die Betriebsergebnisse erfreulich sind.“
 
 
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„In den Führungse­ta­gen äußert sich ein narzis­stisch gestörtes Ver­hal­ten wie folgt: (8*)

▪ Er (der Narzist) bügelt Wider­spruch nieder, auch wenn der Ein­wand berechtigt ist.
▪ Er entwertet Konkur­renten und redet schlecht über sie, um das eigene Selb­st­ge­fühl aufzubessern.
▪ Er rival­isiert mit Mitar­beit­ern, reißt ihnen Arbeit aus der Hand, um ihnen zu zeigen, dass er es besser kann.
▪ Er macht sich und anderen unre­al­is­tis­che Ver­sprechun­gen und ver­leugnet Schwierigkeiten.
▪ Er liefert sich Schme­ich­lern aus, die ihn auch angesichts seiner Fehler narzis­stisch bestätigen.“

„Je unsicherer eine Führungskraft über den eingeschla­ge­nen Weg ist, desto mehr ist sie darauf angewiesen, Selb­stkri­tik zu ver­drän­gen und Schwächen nicht wahrzunehmen. Sie braucht daher den Schme­ich­ler ähnlich wie ein Sucht­mit­tel, das kurzfristig zu Euphorie führt, langfristig aber die Lösung der anste­hen­den Prob­leme erschw­ert. Gesun­der Narziss­mus ist auf­gabenori­en­tiert und akzep­tiert Durch­schnittsleis­tun­gen als Basis für Spitzen­leis­tung. Kranker Narziss­mus ist erfol­gsori­en­tiert und lehnt durch­schnit­tliche Leis­tun­gen ab. (…) Charak­ter­is­tisch für solche pseu­dostarken Vorge­set­zten ist die absolute Intol­er­anz für jede Schwäche ihrer Untergebe­nen, in deren Abw­er­tung und Bekämp­fung sie dann die eigene Stärke her­ausstellen wollen.“ (10*) Unter vier Augen, hört man dann Chefs über aus­ge­bran­nte, faule Mitarbeiter/innen kla­gen, die sie aus arbeit­srechtlichen Grün­den nicht loswer­den kön­nen. (11*) Durch das bloße Auswech­seln von Mitar­beit­ern wer­den Führungs­de­fizite jedoch nicht behoben. Real­is­tis­che Führungskräfte sehen schwierige Mitar­beiter auch eher als eine Her­aus­forderung an. Unser stark von Narziss­mus geprägtes Bil­dungssys­tem bere­itet Führungskräfte jedoch sehr wenig auf diese Auf­gaben vor. Es geht vom Sieg, von der Höch­stleis­tung aus und entwertet gnaden­los die Ver­sager. (12*)“

„Narzis­stis­che Sys­teme, die nach Per­fek­tion streben, sind nur wenig belast­bar, fördern einen hohen Kranken­stand, Innere Kündi­gun­gen und im worst case das unwider­bringliche Abwan­dern qual­i­fizierter Mitar­beiter (nebst schlechtem Ruf für das Unternehmen als Arbeit­ge­ber!). Ob und wie ein Unternehmen die schwierige Auf­gabe einer offe­nen, wertschätzen­den und kon­flik­t­fähi­gen Per­son­alführung bewältigt, liegt jedoch auss­chließlich in der Ver­ant­wor­tung der Führungskräfte: Ein narzis­stis­cher Führungsstil ist hier völ­lig unangebracht.“

http://www.medicaltopjobs.de/blog/gefahr-fur-das-unternehmen-narzissmus-in-den-chefetagen/

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„Der Narzisst ist ein Mensch, der ein Image pflegt auf Kosten seines Selbst. Die Kultur, die ihn geprägt hat, orientiert sich an Macht, Erfolg und materielle Werte.“

  • selbstgefällige Bezogenheit auf den eigenen Körper oder die eigene Person.
  • extremer Egoismus und Gleichgültigkeit gegenüber jeder anderen Person.
  • übertriebenes Selbstlob

„Narzisstische Persönlichkeiten fühlen sich häufig zur Übernahme von Machtpositionen und Führungsaufgaben getrieben, da sie sich davon Prestige und Bewunderung versprechen.“

„Macht an sich ist ambivalent, sie ist weder gut noch böse. Es kommt nur darauf an, wie sie eingesetzt wird.“

Die Gesetze der Macht

1.Gesetz: Dominant auftreten
Gib dich wie ein König, dann wirst du von anderen auch wie ein König behandelt: Zeige Dich auch bei harter Arbeit unangestrengt, stecke Niederlagen kalt lächelnd weg, demonstriere ein durch nichts zu erschütterndes Selbstbewusstsein.

2. Gesetz: Distanz schaffen
Mache dich rar, betone das Gefälle zu deinen Untergebenen. Es ist wie bei den Affen: In Experimenten verzichten sie auf Süßes, wenn sie dafür Bilder von ranghöheren Tieren betrachten dürfen.

 3.Gesetz: Kontrolle erringen
Setze Termine, beherrsche die Agenda, sichere dir das Informationsmonopol. Du kannst Mitarbeitern gern die Wahl zwischen zwei Optionen lassen – aber nur, wenn du das Ergebnis kontrollierst.

4. Gesetz: Allianzen schmieden
Perfektioniere das „Paten“ – Prinzip: Leistung nur gegen Gegen-leistung, schaffe Abhängigkeiten, bleibe vage, wenn du etwas versprichst, such dir Freunde, die dir nützen können. 

5. Gesetz: Tarnen und Täuschen
Bleibe unberechenbar: Gib deinen nächsten Schritt nie zu früh zu erkennen, lasse dich niemals auf inhaltliche Positionen festnageln, zeige nie, dass du schlauer bist als dein Gegner

 

 

 

 

 

 

 

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