Distanzmensch – Angst vor Nähe

„Von einem Blogger inspiriert, wollte ich etwas über meine Erfahrungen mit Klienten berichten, die Angst vor Nähe haben:

Solche Klienten fühlen in sich meisten zwei Personen/Anteile :
– die eine hat eine unheimliche Sehnsucht nach Nähe
– die andere flieht regelrecht davor und wird sich entsprechend verhalten, damit es nicht zur Nähe kommt. Diese zwei Personen sind von sich „getrennt“. Sie betrachten sich innerlich gegenseitig, haben kein Verständnis für einander und verachten sich. Manchmal tritt eine Person in den Vordergrund, während die andere machtlos zusieht und nichts dagegen tun kann.Aber welche Angst ist das genau: ich höre unterschiedliches aber folgendes kommt oft vor:
– er würde merken, daß ich nicht so bin, wie ich vormache zu sein
– er würde merken, wie uninteressant ich bin
– ich könnte mich nicht abgrenzen
– ich könnte mich nicht beschützen
– er könnte mich ausnutzen
– ich könnte nicht nein sagen
– er könnte mich enttäuschen
– ich könnte ihn enttäuschen
– er könnte mein Vertrauen mißbrauchen…

um ein Paar Bespiele zu geben….

Wenn ich mir von den Klienten erzählen lasse, was sie als Kind erlebt haben, ist immer festzustellen, daß sie in der Elternliebe „mißbraucht“ wurden. Um ein Paar Beispiele zu erwähnen: sie werden…

– abgelehnt und haben das Gefühl vermittelt bekommen, daß sie nicht so sein dürfen wie sie sind, um liebenswert zu sein
– Verlassen gerade wenn sie die Liebe brauchen, weil sie zum Beispiel sich ausgeliefert fühlen
– gedemütigt: weil ich Dich liebe, darf ich Dich schlecht behandeln. Der jenige empfindet viel Scham und kann sich nicht vorstellen, in der Liebe respektiert zu werden
– Verraten und belogen: das Kind wurde belogen damit er das tut, was die Eltern von ihm wollen.
– ungerecht behandelt und hat weniger bekommen als ihm zusteht
– sexuell missbraucht: Übergriffe durch unklare Berührungen verbunden mit Drohungen, falls jemand andere das erfährt.
– emotional mißbraucht für die eigenen Probleme der Eltern (praktisch wird das Kind als Zuhörer für die Probleme der Ehe benutzt) oder durch Manipulation mit Schuldgefühlen
-….

Als Kind sind wir von unseren Eltern so abhängig, dass eine Gedanke über deren Verlust Todesangst auslösen kann. Wir beziehen uns als Kind alles auf uns selbst, d.h.: Sind die Eltern unglücklich, denken wir, dass es mit uns zu tun haben muss und dass wir dafür schuldig sind. Wir sind so sehr von dieser Liebe abhängig, dass viele von uns sich lieber anpassen als zu rebellieren, damit unsere Welt nicht zusammenbricht.
Die Eltern sind das erste Vorbild für die Liebe/Nähe und ihr Verhalten wird von uns als Kind als ein „nur von der Liebe begründet“ angesehen.

Was kann daraus entstehen? Überzeugungen, Glaubensätze, die die Liebe/Nähe betreffen, die sich später in Partnerschaften zeigen werden wie …
In der Liebe werde ich: benutzt, gedemütigt, missbraucht, beschämt, durchblickt und verurteilt, schuldig gemacht, eingeengt, abhängig, verlassen, wenn ich dem anderen nicht genug gefalle, verraten, belogen, sexuell missbraucht, eingesperrt, ausgeliefert, nicht angenommen wie ich bin… um einige zu erwähnen…

Liebe und die Nähe, die dabei entstehen kann, werden nur noch als Bedrohung der eigenen Persönlichkeit empfunden und aber gleichzeitig ist die Sehnsucht da, nach einer gesunden Nähe/Liebe, wo Akzeptanz, Freiheit, Auseinandersetzung, Respekt, „Nein“ sagen können so wie „ja“ sagen können, respektvolle Berührungen auf alle Ebenen, gegeben sind…und und und …
doch das bleibt meistens nur ein Traum, weil es nie richtig erlebt wurde und man selbst es nie vorgelebt bekommen hat (von den Eltern) und somit nicht weiß, wie das gehen soll.

Das ist so unvertraut, dass diese betroffenen Personen sich lieber weiterhin mit Partnern einlassen – wenn überhaupt- , die sie so verletzen wie damals, weil…das kennen sie ja und damit können sie „umgehen“. Schmerzen auszuhalten haben sie gut gelernt und sind darin Meister geworden. Manche denken sogar, dass Liebe weh tun muß und wenn sie nicht weh tut, spüren sie sich selbst dabei gar nicht…

Aber es ist eher so, daß eine Beziehung gleich vermieden oder bald gestoppt wird, sobald größere Gefühle aufkommen, weil einfach das Gefühl der Bedrohung der eigenen Persönlichkeit viel zu groß ist. Manche bekommen sogar körperliche Beschwerden wie Enge im Brustkorb, Luftnot, Panik, verengten Hals…“

Quelle: papassita
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2 Antworten zu Distanzmensch – Angst vor Nähe

  1. Sunflower schreibt:

    Guten Abend!
    Wenn die fett gedruckten Punkte in meinem Leben alle ausnahmslos vorgekommen sind und ich schon Einiges versucht hab mit all dem umzugehen, 1 Jahr krank war (Burnout) mit Psychotherapie bei der ich uns Beiden (Ihr und mir) nur kopfschüttelnd zusah, weil ich am Ende des Ganzen immer noch nicht wusste wer ich bin und was ich schön finde – was wäre der nächste Schritt für mich, wenn ich das nun erkannt habe. Ich kann bald nicht mehr. Ich habe drei Kinder und einen Mann dem ich wahrscheinlich schon sehr geschadet hab, der aber selbst Ablösungsprobleme vom Elternhaus hatte. Wenn ich Jesus nicht hab, bin ich nicht(s). Das ist alles was mich am Leben hält. Was soll ich mit meinem Wissen anfangen?

  2. Guten Morgen!
    Ich möchte öffentlich nicht darauf eingehen.
    Alles Liebe und Gute wünsche ich dir.

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